Wer keinen eigenen Holzofen in der heimischen Küche stehen hat, darf den Pizzavergleich mit der guten Pizzeria nebenan ruhig scheuen. Das Ergebnis ist traurig. Ich habe einmal in einer Pizzeria gearbeitet und dort eigenhändig den Teig zubereitet. Daheim schmeckte der von dort mitgebrachte Teig 0-8-15. Um das Ergebnis auch ohne großen Ofen zu optimieren, greife ich nach und nach Tipps und Gerüchte um die perfekte Pizza auf und teste, was dran ist.
Hier die Ergebnisse:
Test 1: Den Teig nicht gehen lassen.
Nahezu unmittelbar nach der Zubereitung kam der Teig aufs Blech. Fazit: Erstaunlicherweise ist der Unterschied zum aufgegangenen Teig nur marginal. Aber gut zu wissen, im Notfall kann man sich die Gehzeit also auch sparen.
Test 2: Unterhitze
Mit ein bisschen Grübelei habe ich herausgefunden, dass es ideal ist, kurz vor Ende der Backzeit auf Unterhitze umzustellen. Es ist eigentlich banal und brachte bisher den krossesten Boden und somit die beste Pizza zutage.
Test 3: Honig im Teig
Die Rezeptidee stammt von der BBC. Der Teig war wunderbar fluffig und mit dem dicken Boden ideal für die Fans der typischen Pizza-Hut-Pizza. Der Pfeffer im Teig erscheint mir unnötig. Knusprig oder perfekt? Nein. Aber in Kombination mit Unterhitze vielleicht ein sehr gutes Ergebnis.
Test 4: Die Pfannenpizza
Diese Pizza habe ich eigentlich nur gemacht, weil es mir einfach so skurril erschien:
Aufgegangenen Hefeteig ausrollen, in Pfanne kurz “anbraten”, wenden, mit Tomatensoße bestreichen, mit vorgegartem Belag (in meinem Fall Zwiebeln und Paprika) belegen, geriebenen Käse darüberstreuen, Deckel drauf. Pizza ist fertig, wenn der Käse zerlaufen ist.
Ich kann es nicht anders sagen, aber das Ding schmeckte wider Erwarten gut, natürlich nicht wie eine Ofenpizza, aber dennoch gut. Das nächste Mal würde ich aber eine Margherita machen, ich glaube je weniger Belag, desto einfacher und besser (denn der Belag wird ja im Grunde nur gedünstet). Im Übrigen war der Boden superknusprig. Eine prima Alternative (besser als manch Pizza vom Bringservice), wenn der Backofen kaputt ist oder man gar keinen hat. Wie sagt schon Frau Poletto: Erlaubt ist, was schmeckt.
Die verrückte Lea Linster macht einen Pizzateig, der sehr olivenöllastig ist, mit einer Salzwasserlösung und dann angefrostet. Diese soll die nächste sein.
Das Problem ist eigentlich ganz einfach – durch das Öffnen der Ofentür verliert der Backofen die meiste Wärme und benötigt lange Zeit, um diese wieder aufzubauen. Pizzaöfen in Restaurants arbeiten mit wesentlich höheren Temperaturen, die kaum ein gewöhnlicher Haushaltsherd erreichen kann. Somit verlängern sich die Garzeiten.
Die Lösung ist ein sogenannter Pizzastein. Hier muss man jedoch beim Kauf aufpassen und Geduld mitbringen! Der Stein muss Masse haben und aus Schamotte bestehen, damit er genug Wärme speichern kann. Dieser wird mindestens 60 Minuten vorher bei maximaler Backtemperatur aufgeheizt (evtl. Grillmodus verwenden), dann kommt die mit viel Mehl bestäubte Pizza darauf. Voila!
PS: Viele schwören auch auf original italienisches Pizzamehl, dass so in Deutschland bisher kaum erhältlich ist :-(